AMUN

Die altägyptische Gottheit »Amun«

Die Stand-/Schreitfigur aus Bronze zeigt den Gott in menschlicher Gestalt auf einer recht- eckigen, Amun Statue, Bronze, Spätzeit, 26. Dynastie, um 600 v. Chr. Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, Münchenbeschrifteten Basis. Die Arme nehmen das Element der Dynamik auf, indem sie leicht nach vorne »gehen« und nicht »kraftlos« am Körper herabhängen. Auf seinem Kopf ist die für ihn typische Kappe (Krone) zu sehen. Diese trägt er häufig, wenn er rnenschengestaltig dargestellt ist. Auf der Kappe befinden sich eine Sonnenscheibe und zwei Federn. Die Falkenfedern und die Sonnenscheibe weisen auf den Aspekt eines Sonnengottes hin; Amun wird auch mit dem Beinamen »Herr der Strahlen« umschrieben. Die Kappe ist ähnlich der ägyptischen Königskrone und soll wahrscheinlich die enge Verbindung König - Gott hervorheben. Am Kinn ist ein geflochtener, nach vorne eingerollter Götterbart zu sehen. Der Bart ist kein natürlich gewachsener, sondern ein künstlicher. Er wurde umgebunden. Die Bartbinden sind auf beiden Seiten des Gesichtes als feine Einkerbungen wiedergegeben. Ein vierreihiger Halskragen (Schmuckstück) ist um den Schulterbereich der Statue gelegt. Der Oberkörper ist mit einem Leibchen, das ein Federmuster aufweist, bekleidet. Der mit einem Gürtel versehene Schurz des Gottes ist ein dreiteiliger Königsschurz. Er findet in dieser Statue Verwendung, um auf die herausragende Position von Amun aufmerksam zu machen: Amun als König der Götter.

Amun bildet mit Mut und Chons die Triade von Karnak. In den Pyramidentexten aus dem Alten Reich wird jedoch auch das Götterpaar Amun und Amaunet genannt. Hier zeigt es sich, daß sich in der Götterwelt Verbindungen auflösen, bzw. neue Verbindungen hinzu kommen können (Übertragen der weltlichen Strukturen in die Götterwelt).

Seit dem Mittleren Reich tritt Amun als Lokalgott von Theben auf. Weitere Erscheinungsformen des Gottes sind Widder, Gans, Mensch mit Widderkopf, Mensch mit Krokodilskopf, Mensch mit erigiertem Phallus oder Mensch mit Doppelfederkrone.

Die Funktion Amuns als Sonnen- und Himmelsgottheit wird durch die ikonographischen Details (Sonnenscheibe, Federkrone, Federmuster auf dem Leibchen) unterstrichen, darüberhinaus auch durch die Farbsymbolik: So wird Amun manchmal mit blauer Hautfarbe dargestellt, die auf seine solare Funktion hinweist. Der Fruchtbarkeitsaspekt wird durch seine grüne oder schwarze Hautfarbe unterstrichen.

Ilona Bacher-Göttfried
Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, München
 

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